13. März „Sterben in Bulgarien“

Jetzt ist alles schneller als es einem lieb ist. Muttern war ja gerade erst im Krankenhaus hier in Varna. Dort haben sie ihr Blut abgenommen und nur gesehen, das sie eine Infektion hat. Aber ihr geht es seit Tagen beschissen. Nun hat man sich in Sofia, das Blutbild nochmal angesehen und auch das Blut vom Krankenhaus schicken lassen.

Diagnose: Krebs im absoluten Endstadium.

Extra noch zur Sicherheit durch die Schnitzelröhre (CT), ja mit Streuung überall. Also ist eine OP vollkommen sinnlos. Das heißt wir müssen mit dem Gedanken leben lernen, das unsere MUTTER kein Weihnacht und keinen nächsten Geburtstag mehr erlebt. Sie wird in den nächsten Monaten uns verlassen und das für IMMER. Nun hat man uns gleich versucht zu helfen und uns ein Sterbehospitz vermittel. Ja sowas gibt es hier auch in Bulgarien. In Sofia gibt es eins von einer Österreichischen Kirchenstiftung und ein Privates. Wo es andere gibt, weis ich nicht, bitte selbst informieren, wer eins braucht. Nun hat man uns einen Platz in dem Privaten vermitteln können und es war ein Platz frei. Heute Morgen wurde Muttern dann mit dem eignen Fahrzeug abgeholt mit Sachen und so. Am Wochenende fahren wir dann zum ersten mal dorthin. Es wurde auch sofort mit der Diagnose von dort aus der Antrag für Pflegegeld Stufe 3 gestellt und siehe da, er ist sogar mit sofortiger Wirkung genehmigt worden. Die etwa 1500 Euro in der Stufe reichen vollkommen aus für die Pflege. Ach so für alle Pessimisten, es ging alles ohne den E121!!!!!!!                      Das ist soviel, das alles mit abgedeckt ist, Medis, Pfleger, Essen, Reinigung alles. Wir wissen nicht, wie lange wir sie noch haben. Eine Hoffnung ist, das sie vielleicht noch den Sommer erlebt. Wir ihr die ersten Fotos zeigen können, wie unser Haus weiter ausgebaut ist. Denn sie hat sich so sehr drauf gefreut, das wir dort hin ziehen werden.

9.3.2013         Wir LIEBEN dich MAMA

Das Bild ist vom letzten Jahr 9.3.2013 drei Tage nach ihrem Geburtstag. Schön das wir ihr noch ihre Torte machen konnten.

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5 Kommentare zu “13. März „Sterben in Bulgarien“”

  1. Hallo, das sind ja schlimme Nachrichten. Und das alles fern der Heimat, – Ihr macht das wirklich gut. Dass Ihr so schnell ein Hospiz finden konntet ist schön, na ja, Du weißt, wie ich es meine. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer: Ich wünsche Euch noch viele schöne gemeinsame Stunden. Alles liebe.

    1. Ist ok, wir verstehen es. Es ist uns auch eine Hilfe, vor allem dann wenn das alles mit Windel, Füttern und so kommt. Weil es ist halt deine Mutter und es tut weh, wenn sie immer gekämpft hat und du sie dann so siehst. dann sollst du das machen, es geht einfach zu sehr an das Herz. Das habe ich Heute bei einem post geschrieben: Der Traum ist nicht geplatzt, sie kann ihre letzten Tage in einem Land verbringen, das sie liebte, auch wenn es nur kurz war. Sie hat hier ihr lächeln zurückgewonnen, war frei, nicht abhängig von dem System. Sie konnte 3 Jahre so intensiv erleben, wie sie vorher keine 9 Jahre in Deutschland empfand. Darum keine Seifenblase, sondern ein wahr gewordener und gelebter Traum.

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